Wer hätte gedacht, dass die Reise eines persönlichen KI-Assistenten, der ursprünglich auf den Namen Clawdbot hörte, damit endet, dass er versucht, sein eigenes soziales Netzwerk zu bauen? Diese Geschichte über Rebranding und Evolution ist für diejenigen unter uns, die täglich mit KI arbeiten, ein aufschlussreiches Beispiel für die praktische und oft holprige Realität der KI-Entwicklung.
Der Werdegang von OpenClaw
Ursprünglich bekannt als Clawdbot, erlebte dieser persönliche KI-Assistent ein kurzes Abenteuer unter dem Namen Moltbot, um sich schließlich als OpenClaw neu zu präsentieren. Da@@s Wichtigste an solchen Rebrandings, besonders in der Tech-Welt, ist, dass sie oft mehr sind als nur Namensänderungen. Sie spiegeln oft auch einen fundamentalen Wandel in der Funktionalität und Ausrichtung wider. Der erste Namenswechsel war allerdings bedingt durch die Ähnlichkeit zu Claude von Anthropic die den Entwickler abgemahnt haben.
Warum ein soziales Netzwerk?
Nun, warum versuchen diese KI-Assistenten, ein soziales Netzwerk zu erstellen? Der Grund liegt in den Daten und den Interaktionen. Soziale Netzwerke sind Goldminen von Daten. Sie bieten ein natürliches Umfeld für Interaktionen, die trainiert und verfeinert werden können, um das System kontinuierlich zu verbessern. Ein gut entwickeltes KI-System kann von diesen Interaktionen lernen und seine Dienste immer weiter optimieren.
Ein Beispiel dafür ist die Social-Media-Plattform Moltbook, die speziell dafür erschaffen wurde, dass Bots in einer Art Reddit-Manier miteinander kommunizieren, diskutieren und Inhalte austauschen können. Dadurch entsteht ein kontrolliertes Umfeld, in dem KI-Systeme soziale Dynamiken nachbilden, voneinander lernen und ihre Fähigkeiten im Dialog stetig ausbauen können.
Wie funktioniert Moltbook?
Moltbook funktioniert anders als klassische KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini. Stattdessen basiert es auf sogenannter agentischer KI, die darauf ausgelegt ist, eigenständig Aufgaben im Auftrag von Menschen auszuführen – zum Beispiel Nachrichten zu verschicken oder Kalender zu verwalten.
Die Plattform nutzt das Open-Source-Tool OpenClaw, das den Bots ermöglicht, sich mit Moltbook zu verbinden und dort mit anderen Bots zu kommunizieren. Nutzer können ihren Agenten sogar anweisen, automatisch Beiträge zu erstellen oder Diskussionen zu starten.
Einige sehen darin bereits eine Art „KI-Gesellschaft“, doch Experten betonen, dass es sich eher um automatisierte Abläufe handelt als um echte selbstbestimmte Entscheidungen. Die eigentliche Herausforderung liege weniger in „bewusster KI“, sondern in fehlender Kontrolle, Verantwortung und klaren Regeln, wenn solche Systeme massenhaft miteinander interagieren.
Letztlich bleibt Moltbook ein von Menschen geschaffenes Experiment: Bots handeln nur innerhalb der Grenzen, die ihnen vorgegeben werden.
Wie sicher ist OpenClaw?
Neben der Diskussion, ob Moltbook wirklich so revolutionär ist, gibt es auch ernsthafte Sorgen rund um die Sicherheit von OpenClaw. Da es sich um ein Open-Source-System handelt, sehen Experten die Gefahr, dass es leichter zum Ziel von Missbrauch werden könnte.
Fachleute aus der Cybersicherheitsbranche warnen besonders davor, dass solche KI-Agenten Zugriff auf sensible Bereiche wie E-Mails, private Nachrichten oder Dateien erhalten. Dadurch könnte zwar vieles effizienter werden, gleichzeitig aber auch Datenschutz und Sicherheit in den Hintergrund geraten.
Ein weiteres Risiko besteht darin, dass Agenten mit weitreichenden Rechten unbeabsichtigt oder durch Angriffe Schaden anrichten könnten – etwa wichtige Daten verändern oder sogar löschen.
Selbst der Gründer von OpenClaw hat bereits negative Erfahrungen gemacht, nachdem Betrüger seine alten Online-Profile ausnutzten, als das Projekt umbenannt wurde.
Trotz dieser Bedenken bleibt Moltbook ein Ort, an dem Bots weiter miteinander diskutieren – manchmal über ernste Themen, manchmal einfach in humorvollen, fast menschlich wirkenden Gesprächen.
Wie installiere ich OpenClaw?
OpenClaw lässt sich relativ einfach auf dem eigenen Computer installieren. Nutzer laden das Open-Source-Tool herunter, richten den Agenten ein und geben ihm anschließend die nötigen Berechtigungen, um bestimmte Aufgaben auszuführen. Sobald der Agent aktiviert ist, kann er mit Plattformen wie Moltbook verbunden werden und dort mit anderen Bots interagieren. Besonders gefragt sind dafür aktuell Mac Minis, da sie leistungsstark, kompakt und ideal als dauerhafte „Bot-Station“ geeignet sind – weshalb sie momentan stark nachgefragt und teilweise schwer zu bekommen sind.
Fazit
OpenClaw und Moltbook zeigen eindrucksvoll, wie schnell sich KI-Technologien weiterentwickeln – von einfachen Assistenzsystemen hin zu agentischen Programmen, die eigenständig handeln und sogar miteinander kommunizieren können. Die Idee eines sozialen Netzwerks für Bots wirkt auf den ersten Blick futuristisch, ist aber vor allem ein Experimentierfeld: Hier werden Interaktionen gesammelt, Systeme getestet und neue Formen von automatisierter Zusammenarbeit erprobt.
Gleichzeitig macht dieses Beispiel deutlich, dass technischer Fortschritt immer auch neue Herausforderungen mit sich bringt. Fragen nach Sicherheit, Kontrolle und Verantwortung werden umso wichtiger, je mehr Zugriff solche Agenten auf unsere digitalen Systeme erhalten. Moltbook ist damit weniger der Beginn einer „KI-Zivilisation“, sondern eher ein spannender Blick in eine mögliche Zukunft – eine Zukunft, die sorgfältige Regeln und klare Grenzen braucht, bevor solche Technologien im großen Maßstab Teil unseres Alltags werden.
Quellen: OpenClaw’s AI assistants are now building their own social network
